10.000 € im Monat als Fotograf und Videograf: Was du wirklich brauchst

Für 10.000 € im Monat als Fotograf oder Videograf brauchst du viel weniger, als die meisten denken. Keine großen Followerzahlen, keine Ads, kein Team, kein teures Equipment und kein riesiges Portfolio. Was du brauchst, sind drei Dinge: eine Leadgewinnung, die nicht vom Zufall abhängt, die Fähigkeit zu verkaufen und einen ergebnisorientierten Online-Auftritt.

Die meisten Foto- und Videografen glauben, sie müssten für 10.000 € im Monat perfekt aufgestellt sein und viel Geld investieren. Ich habe mir angeschaut, was die Kunden gemeinsam haben, die diese Marke erreicht haben. In diesem Artikel zeige ich dir, womit du keine Zeit mehr verschwenden musst, worauf du dich stattdessen konzentrieren solltest und wie du die 10.000 € nicht nur einmal schaffst, sondern jeden Monat hältst.

Was du für 10.000 € im Monat nicht brauchst

Viele Follower

Bei Osterhaus Consulting habe ich inzwischen über 1.100 Kunden betreut. Ich würde sagen, 80 % davon haben nicht viele Follower. Trotzdem verdienen Hunderte von ihnen 10.000 € im Monat oder deutlich mehr.

Es ist ein riesiger Irrglaube, dass man viele Follower braucht, um viele Kunden zu gewinnen. Viele Follower heißt nicht, dass dir genau die Leute folgen, die du gern als Kunden hättest und die kaufbereit sind. Die Anzahl ist weniger wichtig als die Qualität deiner Follower.

Ads

Ich liebe Ads und schalte selbst welche. Aber für 10.000 € im Monat brauchst du sie nicht. Es gibt viele Strategien, Kunden zu gewinnen, ohne einen einzigen Euro in Werbung zu stecken. Du musst nicht Google, Meta, Instagram und LinkedIn Ads mit perfektem Tracking aufgesetzt haben. Viele meiner Kunden, die 10.000 € im Monat verdienen, schalten überhaupt keine Ads.

Ein eigenes Team

Diesen Fehler sehe ich in der Kreativbranche sehr oft: Leute, die bei 10.000 € Umsatz oder weniger schon ein Team aufbauen. Einer für Foto, einer für Video, einer für die Website, weil sie angeblich nicht mehr hinterherkommen.

Lass dir eins gesagt sein: Wenn du bei 10.000 € im Monat oder weniger die Arbeit nicht allein stemmen kannst, bist du viel zu billig. Dein Problem ist dann nicht, Mitarbeiter zu finden, sondern dass du lernen musst, richtig zu verkaufen.

Die Rechnung ist simpel. Du verdienst 9.000 € im Monat und stellst jemanden ein, der dich mit Lohnsteuer und allem 3.000 bis 4.000 € kostet. Dann bleiben dir 4.000 bis 5.000 €. Dazu kommen vielleicht noch Firmenwagen, Büro, Equipment und Ads. Das geht vorn und hinten nicht auf. Ein Team macht erst Sinn, wenn du über 10.000 € im Monat verdienst und verstanden hast, welche Mitarbeiter dir wirklich mehr Zeit oder mehr Geld bringen.

Teures Equipment

Es gibt Kameras für 1.000 oder 2.000 €. Du brauchst keine Kamera für 10.000 € mit fünf Objektiven und einer Drohne.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, neues Equipment zu kaufen, zögerst du oft keine Sekunde. Bei Investitionen, die dein Business wirklich wachsen lassen, hinterfragst du plötzlich alles: Lohnt sich das? Krieg ich das nicht allein hin? Dreh das um. Investier in Dinge, die dein Business nach vorn bringen. Dann verdienst du genug, um dir dein Equipment sowieso kaufen zu können.

Ein riesiges Portfolio

Viele glauben, sie müssten erst zwei, drei Jahre umsonst in einer Nische arbeiten und tausende Arbeiten vorzeigen, bevor sie einen Auftrag gewinnen. Das ist Unsinn. Du musst lernen, in deiner Nische Kundenergebnisse zu liefern. Dafür reichen zwei, drei richtig gute Case Studies, mit denen du im Marketing und im Verkaufsgespräch werben kannst. Genau hier verschwenden die meisten Creator nicht Wochen, sondern Jahre.

Eine perfekte Website

Viele verstecken sich hinter dem Gedanken: Bevor meine Website nicht professionell überarbeitet ist, kann ich nicht auf Kunden zugehen. Wenn du Leute zum Beispiel über LinkedIn kontaktierst, schauen sie sich deine Website oft gar nicht an. Langfristig solltest du eine professionelle Seite haben, klar. Aber ich habe Kunden, die machen 10.000 € im Monat und arbeiten immer noch an ihrer Website.

Content auf allen Plattformen

Du musst nicht überall posten und zehn Content-Pieces am Tag produzieren. Für 10.000 € im Monat reicht es, auf einer Plattform präsent zu sein und diese zu nutzen, um auf Kunden zuzugehen. Bist du im B2B-Bereich, reicht ein professionelles LinkedIn-Profil. Du brauchst nicht zusätzlich YouTube, einen Podcast, hunderte Instagram-Bilder und X.

„Leute, die sich zu Beginn auf alles fokussieren, fokussieren sich auf nichts.“

Jascha Osterhaus

Viele verschiedene Angebote

Du brauchst kein Folgeangebot, kein Upsell und kein Zehn-Monats-Paket. Verkauf erst einmal das Angebot, das du hast, hochpreisig. Wenn du zwei bis drei Kunden pro Monat für 3.000 bis 5.000 € abschließt, hast du deine 10.000 €.

Wichtig: All das gilt für 10.000 € im Monat. Wenn du 50.000 oder 100.000 € im Monat verdienen willst, brauchst du diese Dinge irgendwann.

Worauf du dich stattdessen fokussieren solltest

1. Leadgewinnung

Das Allerwichtigste. Wenn du nicht in der Lage bist, ohne Ads, ohne Empfehlungen und ohne zu Hause auf Anfragen zu warten neue Leads zu gewinnen, wirst du früher oder später ein Problem haben. Stell dir vor, eine Plattform verschwindet oder dein Werbebudget ist aufgebraucht. Dann hast du keine Möglichkeit mehr, neue Kunden zu gewinnen.

Erfolgreiche Creator haben Kanäle gefunden, über die sie selbst auf Kunden zugehen, zum Beispiel über Nachrichten auf Instagram oder über E-Mail-Marketing. Ein schönes Profil haben und abwarten, ob sich jemand meldet, ist die schlechteste Strategie, die es gibt.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Wer auf Leute zugeht, lernt seine Zielgruppe kennen. Ihre Probleme, ihre Ausreden, ihre Einwände, ihre Ziele. Wer diesen Schritt überspringt, hat später ein riesiges Problem, sie im Marketing richtig anzusprechen. Das ist, als würdest du beim ersten Date sofort heiraten wollen und erst danach herausfinden, dass ihr gar nicht zusammenpasst.

Ich bin selbst kein Fotograf oder Videograf. Dass ich Foto- und Videografen trotzdem so gut verstehe, liegt genau daran: Ich habe zu Beginn sehr viel selbst mit ihnen gesprochen, um sie kennenzulernen. Deshalb sagen mir Leute heute oft, dass meine Videos genau auf sie zutreffen.

2. Verkaufen

Leads allein reichen nicht. Du musst auch verkaufen können. Und für 10.000 € im Monat ist das gar nicht so viel: Bei 3.000 bis 5.000 € pro Auftrag brauchst du zwei bis drei Kunden im Monat. Das ist ein Verkauf ungefähr alle zehn Tage, bei 5.000 € pro Auftrag sogar nur alle zwei Wochen.

Du musst aber lernen, wie dein Verkaufsprozess aussieht, wie du dich als Experte verkaufst und warum jemand dir 5.000 € zahlen soll, wenn es woanders 1.000 € kostet.

"So ein Typ bin ich nicht, ich bin kein Verkäufer" ist eine billige Ausrede. Früher hatte ich Angst, bei der Pizzeria anzurufen. Wer sich einredet, kein Verkäufer zu sein, sagt eigentlich: Ich drücke mich vor etwas, wovor ich Angst habe. Ich habe Tausenden Creatorn das Verkaufen beigebracht, und wahrscheinlich jeder Zweite davon dachte vorher, er sei kein Verkäufer.

3. Ein ergebnisorientierter Online-Auftritt

Nicht viel posten und nicht Reels, die cool aussehen, sondern ein Auftritt, bei dem Leute das Gefühl haben: Der kann mir wirklich helfen. Wenn auf deiner Website nur steht "Ich mache Bilder und Videos, hier sind meine Arbeiten", fehlt die Antwort auf die Frage: Welche Ergebnisse lieferst du?

Dazu gehören:

  • Eine ergebnisorientierte Website, die zeigt, wie planbar und strategisch du mit deinen Kunden arbeitest.
  • Ein professionelles LinkedIn-Profil mit einladendem Bild, einem Banner mit Claim, Zielgruppe und Vertrauenselementen und einer Bio, die deine Zielgruppe anspricht. Das schaffst du in ein, zwei Tagen.
  • Ein Instagram-Account, auf dem man Einblicke in deine Kundenprojekte bekommt: Welche Kunden hast du, was setzt du mit ihnen um?

Wie du die 10.000 € im Monat konstant hältst

Einmal 10.000 € zu verdienen, ist etwas anderes, als sie jeden Monat zu halten.

  1. Hör auf, dir einzureden, du hättest das Spiel schon durchschaut. Viele Selbstständige schaffen es ein- oder zweimal und halten sich plötzlich für Profis, obwohl sie nicht skalieren, keine guten Margen haben und keine Freiheit. Ich hole mir bis heute bei bestimmten Themen Hilfe von Leuten, die mehr Ahnung haben als ich.
  2. Vernachlässige keine Strategien, die funktioniert haben. Ich erlebe es immer wieder: Kunden erzielen super Ergebnisse, lassen die Leadgewinnung, den Verkauf oder den Online-Auftritt dann schleifen und melden sich sechs bis zwölf Monate später, weil ihre Umsätze eingebrochen sind. Never change a running system.
  3. Bau Upsells auf. Jetzt ist der Zeitpunkt für höherpreisige Angebote und längere Betreuung. Frag dich: Wie kann ich mehr Probleme für meine Kunden lösen, statt nur Fotos und Videos zu machen?
  4. Mach Content zu den Ergebnissen deiner Kunden. Testimonials, Kundenstimmen, Behind the Scenes, was die Arbeit gebracht hat. Das kannst du überall einsetzen: auf Instagram, LinkedIn, im E-Mail-Marketing und auf deiner Website.
  5. Steig dann in Ads ein. Wenn du 10.000 bis 20.000 € im Monat verdienst, deine Kunden kennst und verkaufen kannst, ist bezahlte Werbung der einfachste Weg, planbar zu skalieren. Investier den Gewinn zuerst in Ads, das ist am Anfang leichter als ein Team.

Kundenbeispiele aus der Praxis

  • Equipment ist nicht der Engpass: Ich habe Kunden, die 10.000 bis 15.000 € im Monat verdienen und ihr Equipment immer noch ausleihen.
  • Selbst mit dem Handy: Andere Kunden drehen oft mit dem Handy und schließen trotzdem Aufträge über 3.000 bis 5.000 € ab. Ihre Kunden sind sehr zufrieden und bekommen starke Ergebnisse.
  • Ohne große Reichweite: Rund 80 % meiner Kunden haben nicht viele Follower, und trotzdem verdienen Hunderte von ihnen 10.000 € im Monat oder mehr.

„Nur weil du gutes Equipment hast, heißt das nicht, dass du mehr Kunden hast.“

Jascha Osterhaus

Dein nächster Schritt

Streich alles von deiner Liste, was du für 10.000 € im Monat nicht brauchst: mehr Follower, Ads, ein Team, neues Equipment, ein größeres Portfolio. Konzentrier dich auf drei Dinge: einen Kanal, über den du selbst Leads gewinnst, deine Verkaufsfähigkeit und einen Auftritt, der Ergebnisse zeigt. Rechne dir aus, wie viele Aufträge zu deinem Preis du für 10.000 € brauchst. Und wenn du die Marke erreichst, bleib bei dem, was funktioniert hat.

Häufige Fragen

Wie viele Kunden brauche ich als Fotograf für 10.000 € im Monat?

Bei einem Auftragswert von 3.000 bis 5.000 € brauchst du nur zwei bis drei Kunden im Monat. Das ist ungefähr ein Verkauf alle zehn Tage oder sogar nur alle zwei Wochen.

Brauche ich viele Follower, um als Fotograf 10.000 € im Monat zu verdienen?

Nein. Rund 80 % meiner Kunden haben nicht viele Follower, und trotzdem verdienen Hunderte von ihnen 10.000 € im Monat oder mehr. Wichtiger ist, dass dir die richtigen Leute folgen und du aktiv auf sie zugehst.

Ab wann lohnt sich ein Mitarbeiter als Fotograf oder Videograf?

Erst ab über 10.000 € im Monat. Wenn du bei weniger Umsatz die Arbeit nicht allein schaffst, sind deine Preise zu niedrig. Ein Mitarbeiter frisst dann einen großen Teil deines Gewinns.

Brauche ich teures Equipment, um hochpreisige Aufträge zu bekommen?

Nein. Kameras für 1.000 bis 2.000 € reichen. Manche meiner Kunden leihen ihr Equipment bei 10.000 bis 15.000 € Monatsumsatz noch aus, andere drehen mit dem Handy und verkaufen Aufträge über 3.000 bis 5.000 €.

Muss ich für 10.000 € im Monat Werbung schalten?

Nein. Viele meiner Kunden mit 10.000 € im Monat schalten gar keine Ads. Werbung wird erst interessant, wenn du deine Kunden kennst, verkaufen kannst und über die 10.000 € hinaus planbar skalieren willst.