Foto- und Videobusiness nebenberuflich starten: So klappt es mit wenig Zeit

Du kannst ein Foto- und Videobusiness nebenberuflich starten, auch wenn du nur 5 Stunden pro Woche Zeit hast. Es kommt nicht darauf an, wie viele Stunden du investierst, sondern worauf du sie verwendest: auf Verkauf statt auf schönes Design, auf wenige hochpreisige Kunden statt auf viele günstige, auf einen klaren Fahrplan und auf den Mut, wirklich loszulegen.

Die meisten Eltern und Studenten glauben, dass ein erfolgreiches Business für sie nicht drin ist, weil ihnen die Zeit fehlt. Ich habe 2016 selbst studiert und mir nebenbei ein Business aufgebaut. Ich weiß also, wie du dich gerade fühlst. Es ist kein Kinderspiel, aber es ist einfacher, als du denkst. In der Arbeit mit vielen Müttern, Vätern, Studenten und Leuten mit Vollzeitjob habe ich immer wieder dieselben Muster gesehen. Die vier wichtigsten zeige ich dir hier.

Wie viel Zeit brauchst du, um ein Foto- und Videobusiness nebenberuflich zu starten?

Weniger, als du glaubst. Für dein gesamtes Business brauchst du maximal 5 bis 10 Stunden pro Woche, es geht sogar mit weniger. Wer denkt "Ich muss so viel machen, das schaffe ich nie", fokussiert sich in der Regel auf die falschen Dinge.

Die Ausrede "Ich habe keine Zeit" macht es dir zu leicht. Damit erdrückst du am Ende nur deine Leidenschaft. Die vier Punkte, auf die es ankommt:

  1. Fokus auf Sales statt auf Design
  2. Fokus auf hochpreisige Kunden
  3. Ein konkreter Fahrplan
  4. Mut und das richtige Mindset

1. Fokus auf Sales statt auf Design

Ich sehe sehr oft Foto- und Videografen, die richtig guten Content posten. Sie verbringen den ganzen Tag damit, ihr Instagram zu befüllen und schöne Bilder auf die Website zu stellen. Aber sie bekommen keine Anfragen. Und die Hoffnung ist: Irgendwann werde ich bekannt und dann kommen die Anfragen von allein.

Ich muss dir den Traum ein bisschen zerstören: Bei den meisten wird das nicht passieren. Bei vielleicht einem von zehn klappt es. Wenn du nur wenige Stunden pro Woche hast, kannst du dir diesen Umweg erst recht nicht leisten.

Es gibt drei Wege, Neukunden zu gewinnen

Du musst verstehen, dass es genau drei Wege gibt, an Neukunden zu kommen:

  • Personal Brand: Du baust Reichweite auf und Leute kommen auf dich zu.
  • Ads: Du schaltest bezahlte Werbung.
  • Akquise: Du gehst aktiv auf Leute zu, zum Beispiel über Instagram, LinkedIn, E-Mail oder Videos.

Viele denken, es gibt nur Personal Branding, also Bilder posten und warten. Einfach nur zu posten und auf gut Glück zu hoffen, ist aber keine Marketingstrategie.

Nutze die Follower, die du schon hast

Der einfachere Weg: Du bist wahrscheinlich schon auf Social Media und hast schon eine gewisse Reichweite. Die meisten Foto- und Videografen nutzen sie nur nicht richtig. Sie warten auf Anfragen.

Ich habe selbst keine große Followerzahl und gewinne trotzdem jeden Monat hochpreisige Neukunden über Instagram. Es kommt nicht darauf an, wie viele Follower oder Likes du hast. Der Unterschied ist: Erfolgreiche Foto- und Videografen gehen auf ihre Follower zu.

Die Leute, die deine Bilder liken, auf deine Story reagieren oder dir eine Nachricht schreiben, setzen sich intensiv mit dir und deiner Arbeit auseinander. Schreib sie an. Zum Beispiel so:

„Hey Martin, ich habe gesehen, du bist mir gefolgt. Folgst du mir, weil du meine Arbeit schön findest, oder denkst du selbst gerade darüber nach, ein Shooting zu buchen?“

Jascha Osterhaus

Viele antworten dann: "Ja, genau daran denke ich gerade. Danke, dass du mir schreibst." Von sich aus hätten sie sich nie gemeldet. Du wirst erstaunt sein, wie viele gute Gespräche dabei entstehen und wie viel Geld du bisher liegen lässt.

Deine Website muss verkaufen, nicht nur gut aussehen

80 bis 90 % aller Foto- und Videografen nutzen ihre Website wie ein Portfolio: Hier sind meine Bilder, findest du die cool? So gewinnt man keine Kunden. Eine Website, die funktioniert, ist nach einem klaren System aufgebaut. Sie baut Vertrauen auf, zeigt Kundenergebnisse, zeigt, wer du bist, was du anders machst und wie deine Dienstleistung aussieht.

Viele meiner Kunden denken, sie hätten eine richtig gute Website. Wir bauen sie gemeinsam um, und eine Woche später kommen sofort fünf Anfragen, weil die Seite jetzt überzeugt, statt nur gut auszusehen.

2. Fokus auf hochpreisige Kunden

Die meisten Foto- und Videografen glauben, ihre Preise seien das Problem: "Ich bin wahrscheinlich zu teuer, mit niedrigeren Preisen bekomme ich mehr Anfragen." Die Antwort ist nein. Wenn du deine Preise senkst, passiert genau das Gegenteil.

Du machst dich sichtbar für Menschen, die weniger Geld ausgeben wollen. Die diskutieren mehr, haben mehr Erwartungen und gehen oft nicht besonders respektvoll mit dir um. Du sprichst dann schlicht die falsche Zielgruppe an.

Lieber 3 Kunden als 15

Gerade wenn du wenig Zeit hast, ist das der größte Hebel. Rechne einmal durch:

  • 15 Kunden für je 300 € ergeben 4.500 €.
  • 3 Kunden für je 1.500 € ergeben ebenfalls 4.500 €.

Mit drei Kunden hast du mehr Zeit, um weniger Projekte richtig gut umzusetzen. Du kannst kreativer sein, musst dich nicht hetzen, und deine Kunden schätzen dich und deine Arbeit viel mehr.

Ich habe Kunden, die Ballett-, Paar-, Newborn- oder Frauenshootings anbieten. Alle hatten Preise von 100, 200, 300 oder 400 € und verkaufen heute vierstellige Pakete. Es funktioniert. Du weißt nur noch nicht genau, wie du es verkaufen sollst.

Ein Stil oder eine Zielgruppe

Wer mehr Geld ausgibt, will sicher sein, dass du wirklich Experte in deinem Bereich bist. Eine Kundin von mir ist Hochzeitsfotografin. Sie fotografiert auch Paare und Babys, aber ihr Stil hat einen extrem starken Wiedererkennungswert. Wer mehr zahlt, will nicht fünf Stilrichtungen sehen, sondern sicher sein, genau das zu bekommen, was ihm online gefallen hat.

  • Im B2C-Bereich: Konzentrier dich auf einen Stil.
  • Im B2B-Bereich: Konzentrier dich auf eine Zielgruppe. Marcel Waldmann zum Beispiel arbeitet nur mit Hotels. So positionierst du dich online sehr leicht als Experte.

3. Ein konkreter Fahrplan

Wenn du nur ein paar Stunden pro Woche hast, darfst du nicht planlos arbeiten. Du brauchst einen Plan: Wie gewinnst du Kunden? Wie betreust du sie? Welche Pakete verkaufst du?

Eine authentische Strategie und ein CRM

Die Foto- und Videografen, die den Traum leben, von dem du gerade träumst, haben eine klare Strategie. Sie schreiben ihre Instagram-Follower an und reagieren auf Interaktionen. Und sie nutzen ein Programm, das sie erinnert, wann sie sich wieder melden sollten.

Du wirst mit vielen Leuten schreiben, die sagen: "Ich bin schon schwanger, aber noch nicht weit genug, lass uns das Shooting in drei Monaten machen." Das kannst du dir nicht alles merken. In einem CRM-System wie HubSpot protokollierst du das, und das Tool erinnert dich automatisch. Das kostet nicht einmal Geld.

Ein Verkaufsprozess

Die meisten scheitern, weil sie nicht verkaufen können. Auf Instagram kommt die Frage "Was kostet das Shooting?", du schickst einfach eine Antwort raus und hörst nie wieder etwas. Der Preis war nicht zu hoch. Das war nur kein Verkaufsprozess.

Für dich mit wenig Zeit ist das wichtig: Je besser du verkaufen kannst, desto weniger Zeit musst du investieren. Wenn du drei oder vier Kunden pro Monat brauchst, um ein paar tausend Euro zu verdienen, reichen drei oder vier Gespräche. Nicht 30, 40 oder 50 mit Leuten, die gar nicht committet sind.

Upsells und größere Pakete

Wenn du ein Paket für 200 € verkaufst und danach nichts mehr anbieten kannst, lässt du viel Geld liegen. Überleg dir:

  • Wie kannst du dein jetziges Paket größer machen?
  • Kannst du ein monatliches Paket anbieten und häufiger mit derselben Person arbeiten?
  • Welche Upsells gibt es: mehr Bilder, mehr Zeit, mehr oder andere Shootings?

Deinem bestehenden Kunden etwas Weiteres zu verkaufen, ist viel einfacher, als einen neuen Kunden zu gewinnen. Er kennt dich schon, vertraut dir und findet deine Arbeit gut.

4. Sei mutig und hab das richtige Mindset

Wenn Foto- und Videografie deine Leidenschaft ist, dann lohnt es sich, dafür zu kämpfen. Egal, ob es hart ist oder nicht. Es wäre einfach schade, wenn du sie nicht leben kannst. Und du wirst es höchstwahrscheinlich bereuen, wenn du deine Passion aufgibst, weil du dir eingeredet hast, es gäbe keinen anderen Weg.

Allein ist es schwieriger, als du denkst. Du musst nicht jeden Fehler noch einmal machen, den andere schon gemacht haben. Wenn du jemanden an deiner Seite hast, der dir sagt, was du machen kannst und was unnötig ist, wird es funktionieren.

„Es ist mit Hilfe viel einfacher, als du dir vorstellen kannst, und ohne viel schwieriger, als du denkst.“

Jascha Osterhaus

Kundenbeispiele: Nebenberuflich auf 10.000 € im Monat

Damit du siehst, dass ich hier keinen Quatsch erzähle:

  • Claudia Röhrl und Karina Sowa sind beide Mütter und beide Kundinnen von mir. Sie haben sich ein Business aufgebaut, das 10.000 € im Monat oder mehr verdient, teilweise neben einem frisch geborenen Kind.
  • Jonathan Schmidt und ein weiterer Kunde von mir sind Studenten. Auch sie haben ihr Business neben dem Studium auf 10.000 € im Monat oder mehr gebracht.

Alle vier haben das nebenbei gemacht, neben Vollzeitjob, Studium oder Babyzeit. Und sie arbeiten nicht rund um die Uhr. Sie nehmen sich die Zeit, die sie wollen, mal mehr, mal weniger. Aber sie haben Strategien, die ihnen jeden Monat planbar neue Aufträge bringen.

Dein nächster Schritt

Hör auf, nur zu posten und zu warten. Schreib diese Woche die Leute an, die schon mit deinen Inhalten interagieren, und prüf, ob deine Website verkauft oder nur zeigt. Überleg dir, wie du statt 15 günstiger Kunden drei hochpreisige gewinnst, und leg dir ein kostenloses CRM an. Mit diesem Fokus reichen 5 bis 10 Stunden pro Woche, um dein Foto- und Videobusiness nebenberuflich zu starten.

Häufige Fragen

Kann man als Fotograf nebenberuflich Geld verdienen?

Ja. Mit dem richtigen Fokus reichen 5 bis 10 Stunden pro Woche. Kundinnen und Kunden von mir haben sich neben Vollzeitjob, Studium oder Baby ein Business mit 10.000 € oder mehr im Monat aufgebaut.

Wie viele Stunden pro Woche brauche ich für ein Fotobusiness nebenbei?

Maximal 5 bis 10 Stunden für das gesamte Business, auch weniger ist möglich. Wichtig ist, dass du die Zeit in Verkauf und Kundengewinnung steckst und nicht nur in Content und Design.

Wie finde ich als nebenberuflicher Fotograf die ersten Kunden?

Geh auf die Leute zu, die schon mit dir interagieren: Follower, Likes, Story-Reaktionen. Frag sie direkt, ob sie nur deine Arbeit mögen oder selbst über ein Shooting nachdenken. Viele hätten sich von sich aus nie gemeldet.

Sollte ich als Anfänger günstige Preise nehmen?

Nein. Niedrige Preise ziehen Kunden an, die mehr diskutieren und mehr erwarten. Lieber drei Kunden für 1.500 € als 15 für 300 €. Das bringt denselben Umsatz und kostet dich deutlich weniger Zeit.

Brauche ich viele Follower, um nebenbei Kunden zu gewinnen?

Nein. Es kommt nicht auf die Zahl der Follower oder Likes an, sondern darauf, dass du auf die Menschen zugehst, die dir schon folgen und Interesse zeigen.